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Deutsche Übersetzung aus dem Artikel Canvas Rebel Magazine, Februar 2026.

Interview mit Amelie Monira Egenolf – Über Kunst, Mut und den Weg zu sich selbst

Vor einigen Wochen hatten wir das Vergnügen, mit der inspirierenden Künstlerin Amelie Monira Egenolf zu sprechen. Im folgenden Interview teilt sie ihre persönliche Geschichte, ihre Perspektiven auf Kreativität und ihre Vision für die Rolle von Kunst in unserer Gesellschaft.

Vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst, Amelie. Wir freuen uns sehr, dich hier zu haben. Lass uns direkt einsteigen: Wünschst du dir manchmal, du hättest früher mit deiner kreativen Karriere begonnen?

Wenn ich ehrlich bin: ja. Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, hätte ich meine kreative Laufbahn definitiv früher gestartet.

Als Kind habe ich ständig gemalt. Kunst war meine natürliche Sprache – ich konnte stundenlang darin versinken, ohne es überhaupt zu merken. Doch meine Eltern haben mich ermutigt, einen „sicheren“ Beruf zu wählen, etwas mit finanzieller Stabilität. Also bin ich diesen Weg gegangen und habe eine Karriere im Hotelmanagement aufgebaut.

In der Hotellerie habe ich dann komplett aufgehört zu malen. Die Branche ist sehr fordernd – lange Arbeitszeiten, hoher Druck, kaum Raum für sich selbst. Es blieb schlicht keine Energie für Kreativität. Mit der Zeit habe ich mich immer mehr von diesem Teil meiner selbst entfernt – und damit auch von einem großen Stück meiner Lebensfreude.

Alles hat sich verändert, als ich schwanger wurde. Diese Phase hat mir Ruhe, Reflexion und eine neue Perspektive geschenkt. Ich habe wieder zum Pinsel gegriffen – und es fühlte sich an wie nach Hause kommen. Malen hat mich daran erinnert, wer ich wirklich bin. Es hat mir Freude, Balance und Sinn zurückgegeben.

Meine künstlerische Karriere habe ich offiziell vor etwa zehn Jahren begonnen, und seitdem ist sie zu meinem Beruf und meiner großen Leidenschaft geworden. Rückblickend hätte ich mir gewünscht, früher begonnen zu haben – nicht aus Reue, sondern weil ich heute weiß, wie essenziell Kreativität für mein Wohlbefinden ist.

Gleichzeitig glaube ich aber auch, dass jede Erfahrung mich geprägt hat. Meine Zeit im Hotelmanagement hat mir Disziplin, Struktur und unternehmerisches Denken beigebracht – Fähigkeiten, die mir heute enorm helfen. Vielleicht habe ich also genau zum richtigen Zeitpunkt begonnen. Aber wenn ich ganz ehrlich bin: Ich wünschte, ich hätte meiner künstlerischen Stimme früher vertraut.

Malen ist nicht nur etwas, das ich tue – es ist, wer ich bin.

Erzähl uns doch ein wenig über dich und deine Arbeit.

Ich bin Mixed-Media- und Ölmalerin, Galeristin und Kuratorin im Süden Deutschlands. Im Zentrum meiner Arbeit stehen Emotionen – vor allem diese stillen, friedlichen Momente, nach denen wir uns alle sehnen.

Mit meinen Kollektionen erschaffe ich Werke, die zur Reflexion einladen: über Liebe, Schönheit und innere Ruhe. Sie sind visuelle Erinnerungen an das, was uns wirklich mit uns selbst verbindet.

Mein Weg war sehr persönlich geprägt. Ich bin oft umgezogen – zwischen Städten, Ländern und sogar Kontinenten. Jeder Neuanfang bedeutete, sich ein neues Zuhause zu schaffen. Dabei habe ich erkannt, wie kraftvoll Kunst sein kann: Sie verwandelt Räume in Orte der Geborgenheit, sie erdet uns und schafft Zugehörigkeit.

Diese Erkenntnis hat mein Business geprägt. Heute kreiere ich nicht nur originale Werke, sondern auch Auftragsarbeiten für private Sammler und Unternehmen. Ich helfe Menschen dabei, Räume zu gestalten, die ihre Identität, Werte und Emotionen widerspiegeln. Im Grunde bringe ich Schönheit, Tiefe und emotionale Verbindung in Lebens- und Arbeitsräume.

Neben meiner künstlerischen Arbeit führe ich eine Galerie, gebe Workshops und organisiere Ausstellungen. Außerdem unterstütze ich aktiv andere Künstler:innen beim Aufbau ihrer Karriere. Ich bin überzeugt: Kunst ist essenziell für eine gesunde, inspirierte Gesellschaft. Sie verbindet, bewegt und eröffnet wichtige Gespräche.

Was meine Arbeit besonders macht, ist ihr Fokus auf Emotion. Es geht nicht nur um Ästhetik, sondern darum, etwas zu fühlen – innezuhalten in einer schnellen Welt und sich an das Wesentliche zu erinnern.

Ein besonderes Highlight für mich ist die Organisation großer Kunstfestivals, bei denen tausende Menschen zusammenkommen. Diese gemeinsamen Momente von Inspiration und Verbindung zeigen mir immer wieder, warum ich tue, was ich tue.

Was ich mir wünsche, dass Menschen über mich und meine Marke wissen: Meine Kunst kommt von Herzen. Sie soll Licht, Wärme und Tiefe in dein Leben bringen. Kunst ist kein Luxus – sie ist Nahrung für die Seele.

Was kann unsere Gesellschaft tun, um Künstler:innen besser zu unterstützen?

Der wichtigste Schritt ist, den Wert von Kunst wirklich anzuerkennen – nicht nur wirtschaftlich, sondern auch kulturell und emotional. Kunst ist kein Luxus. Sie prägt unsere Identität, spiegelt unsere Zeit und schafft Verbindung.

Wir brauchen mehr Plattformen und zugängliche Räume für Kunst – Galerien, öffentliche Ausstellungen, Festivals und Community-Projekte. Wenn Kunst sichtbar wird und Teil des Alltags ist, stärkt sie das kulturelle Fundament einer Gesellschaft.

Ebenso wichtig ist faire Bezahlung und finanzielle Unterstützung. Viele Künstler:innen scheitern nicht am Talent, sondern an fehlenden Strukturen. Förderprogramme, Sponsoring und Investitionen von Unternehmen können hier einen großen Unterschied machen. Wenn Firmen mit Künstler:innen arbeiten oder Kunst in ihre Räume integrieren, profitieren beide Seiten.

Ein weiterer zentraler Punkt ist Bildung. Kreativität sollte von klein auf gefördert und nicht als „unpraktisch“ abgetan werden. Viele von uns wurden ermutigt, einen sicheren Weg zu wählen – dabei geht so viel Potenzial verloren. Was wäre möglich, wenn junge Talente früh unterstützt würden?

Und schließlich: Unterstützung beginnt im Kleinen. Ausstellungen besuchen, Kunst kaufen, Künstler:innen teilen, sich mit ihrer Arbeit auseinandersetzen – all das macht einen Unterschied.

Ein lebendiges kreatives Ökosystem basiert auf Respekt, Sichtbarkeit, Chancen und Gemeinschaft. Wenn wir Künstler:innen stärken, wird unsere Gesellschaft insgesamt inspirierter, reflektierter und verbundener.

Was ist für dich das Schönste daran, kreativ zu arbeiten?

Das Wertvollste ist für mich die emotionale Verbindung, die durch meine Kunst entsteht. Wenn jemand vor einem meiner Werke steht und innehält, nachdenkt oder berührt ist – dieser Moment bedeutet mir alles.

Kunst schafft eine Verbindung jenseits von Worten. Sie kann Trost spenden, inspirieren oder sogar heilen. Zu wissen, dass etwas, das ich erschaffen habe, Teil des Lebens eines anderen Menschen wird, ist unglaublich erfüllend.

Ich liebe es auch, Gefühle sichtbar zu machen – durch Farben, Strukturen und Bewegung. Dinge wie Liebe, Sehnsucht oder Hoffnung bekommen so eine Form. Es ist, als würde man dem Unsichtbaren Gestalt geben.

Ein weiterer erfüllender Aspekt ist der Aufbau von Gemeinschaft. Ob in meiner Galerie, in Workshops oder auf Festivals – Menschen durch Kunst zusammenzubringen und zu inspirieren, ist etwas ganz Besonderes.

Und ganz persönlich bedeutet es für mich, authentisch zu leben. Das Malen bringt mich immer wieder zu mir selbst zurück. Es gibt mir Balance, Freude und Sinn.

Diese Kombination aus innerer Erfüllung und Wirkung nach außen – das ist das Schönste am Kreativsein.

Monira Art Künstlerin im Bambuswald

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